Kann man Gesundheit messen?

Ja, man kann!

Man kann die Gesundheit des Menschen auch als seine Anpassungsfähigkeit beschreiben. Diese Anpassungsfähigkeit bezieht sich nicht nur auf äußere Einflüsse wie unseren Alltag mit Stress und Hektik, sondern auch auf innere Einflüsse wie unsere Gedanken – sowohl positive als auch negative. All das beeinflusst unsere Gesundheit!

Die Frage ist also:

Kann sich mein Körper gut an wechselnde Situationen anpassen?
Oder wirft mich jede unerwartete Situation aus der Bahn und ich werde krank?

Wie kann ich die Anpassungsfähigkeit – also meine Gesundheit – messen?

Die Anpassungsfähigkeit des Menschen ist über die Herzfrequenzvariabilität messbar. Unser Herz ist ein starker Muskel, dessen elektrische Aktivität an der Hautoberfläche, z. B. als Herzfrequenz, gemessen werden kann. Die Herzfrequenz passt sich an unsere körperliche und auch mentale Aktivität an. Damit dies möglich ist, bekommt das Herz aus dem gesamten Körper Rückmeldungen über den aktuellen Zustand der einzelnen Organe. Diese Rückmeldungen kommen z. B. vom Darm, vom Immunsystem, aber auch vom Gehirn und modulieren so die Herzfrequenz. Durch die Modulation der Herzfrequenz entsteht die Herzfrequenzvariabilität oder auch Herzratenvariabilität (HRV).

Für die HRV-Messung wird der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Herzschlägen verglichen. Je variabler der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Herzschlägen ist, desto höher ist die HRV und desto anpassungsfähiger sind wir.

Schon 300 Jahre nach Christus analysierte der chinesische Arzt Wang Shuhe ein Phänomen, das der HRV sehr nahekommt. So schrieb er:

„Wenn der Herzschlag so regelmäßig wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von vier Tagen sterben.“

Seine Worte klingen erschreckend. Sind wir doch gewohnt, dass ein hohes Maß an Ordnung gut für uns ist. Nicht so bei der HRV. Die HRV ist ein biologischer Indikator für die Anpassungsfähigkeit des Menschen. Ist die HRV hoch, kann sich der Mensch gut anpassen und seine Widerstandsfähigkeit beziehungsweise Resilienz ist hoch. Das heißt, man kann sich physisch und psychisch schneller erholen. Man ist emotional stabiler und wird nicht so leicht aus der Bahn geworfen.

Menschen mit einer hoher HRV haben eine hohe Aktivität des parasympathischen Nervensystems. Dieser Teil des autonomen Nervensystems ist für Erholung und Regeneration zuständig. Der Gegenspieler des Parasympathikus ist der Sympathikus. Er stellt Energiereserven zur Verfügung und ermöglicht es uns, auf körperliche Aktivität und Stress zu reagieren und damit umzugehen. Jedoch kommt es, wie immer, auf die Balance an. Sympathikus- und Parasympathikusaktivität sollten möglichst ausgewogen sein. Überwiegt der sympathische Teil des autonomen Nervensystems ohne zeitweise Entspannung, sind die HRV und somit die Anpassungsfähigkeit eingeschränkt. Man befindet sich in einer ständigen Alarmbereitschaft, die Fähigkeit zur Stressbewältigung ist eingeschränkt und man fühlt sich schlichtweg erschöpft.

Die HRV ist bei Kindern am höchsten und nimmt physiologischerweise mit dem Alter ab. Negative Einflüsse wie Stress und Krankheit lassen uns nicht nur zum Teil äußerlich sichtbar altern, sondern schränken auch unsere HRV ein, sodass wir im Vergleich mit gleichaltrigen Menschen eine niedrigere HRV haben. Damit wäre unser biologisches Alter höher als unser kalendarisches Alter. Andersherum tragen eine gesunde Lebensführung und hohe Vitalität dazu bei, dass wir nicht so schnell altern und unsere HRV hoch bleibt.

Welche Faktoren wirken sich negativ auf meine Gesundheit aus und schränken damit meine HRV ein?

  • Bewegungsmangel
  • Eingeschränkte Stoffwechselleistung, z. B. bei Übergewicht
  • Zu hohe Belastungen beziehungsweise Anforderungen im Beruf, aber auch im (Freizeit-)Sport
  • Psychische Belastungen, negative Gedanken …
  • Unzureichende Nährstoffversorgung
  • Hohe Toxinbelastung
  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • Mangelnder Schlaf und schlechte Schlafqualität
  • Gesundheitliche Beeinträchtigungen

Was kann ich Positives für meine Gesundheit und eine hohe HRV tun?

  • Bewegung: Durch Bewegung bauen wir Stresshormone ab und regen den Stoffwechsel an, sodass mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann. Gleichzeitig werden die Entgiftung – besonders über die Haut – und die Atmung angeregt.
  • Sich jeden Tag bewusste Pausen nehmen, tief durchatmen und das Leben genießen. Eine bewusste tiefe Atmung synchronisiert die Körperfunktionen und wirkt sich positiv auf die Gesundheit und die emotionale Ausgeglichenheit aus.
  • Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Öfter kleinere Auszeiten über das Jahr verteilt helfen uns, besser durch den anstrengenden Arbeitsalltag zu kommen, und beugen einer totalen Erschöpfung vor.

Kann man seine HRV „trainieren“?

Ja, man kann seine HRV trainieren!

Unsere inneren Organe werden vom autonomen Nervensystem gesteuert. Wie der Name schon sagt, ist die Steuerung autonom, also nicht durch unseren Willen beeinflussbar. Jedoch ist unsere Atmung, auch wenn sie größtenteils autonom abläuft, von uns bewusst steuerbar. Tatsächlich kann man über eine bewusste tiefe Atmung die HRV „trainieren“.

In unserem Alltag wird eine natürliche Atmung oft durch Dauerstress und Anspannung negativ beeinflusst. Und da dies für viele Menschen schon oft der „Normalzustand“ ist, nehmen wir gar nicht mehr wahr, dass unsere Atmung viel zu flach oder gar verkrampft ist.

Schon allein dieses verkrampfte, flache Atmen kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, wie z. B. einer Mangelversorgung des Körpers mit Sauerstoff, Anspannung, Verspannungen, Erschöpfung und eben einer Einschränkung der HRV.

„Richtiges Atmen“ hingegen versorgt unseren Körper mit Sauerstoff und beeinflusst unsere Gesundheit positiv.

Neben der Messung Ihrer Gesundheit können Sie in meiner Praxis mit dem Nilas MV® einen „langen Atem“ erwerben.

Auf Basis Ihrer gemessenen Herzratenvariabilität wird Ihre persönliche und individuelle Atemfrequenzübung mit einer Dauer von fünf Minuten erstellt. Diese Übung holt Sie auf Ihrem derzeitigen „Leistungsstand“ ab und regt dazu an, wieder in den eigenen Rhythmus zu kommen. Gleichzeitig dient sie der Regulation der Biorhythmen sowie der Stärkung beziehungsweise Aktivierung des parasympathischen Systems beziehungsweise der Senkung des Stressniveaus und der Steigerung des Energielevels. So kann sie den Grundstein zur Lösung vieler gesundheitlicher Probleme legen.

Sprechen Sie mich auf die HRV-Messung und Ihre individuelle Atemübung an!