Unsere Mikronährstoffversorgung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Der Mineralstoffgehalt in Böden und Lebensmitteln nimmt ab, während stark verarbeitete Nahrungsmittel den Körper kaum noch mit essenziellen Stoffen versorgen.
Eine Sonder- und Schlüsselrolle nehmen hier die Omega-Fettsäuren ein!
Erst durch ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren in unserem Körper können Mikronährstoffe mühelos in unsere Zellen aufgenommen werden. Und ebenso wichtig, nur dann können unsere Zellen auch Giftstoffe wieder los lassen.
Kurz gesagt: Erst wenn die Zelle durch ausreichend Omega-3 aufnahmebereit ist, können auch andere wertvolle Nahrungsergänzungsmittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Das ideale Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 liegt bei 1:1 (maximal 1:3 bis 1:5). Zudem sollten Omega-3-Fettsäuren 8–11 % aller Fettsäuren in unseren Zellmembranen ausmachen – im Gehirn, Herz und den Augen sind es sogar bis zu 30 %!
Was ist die Aufgabe von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren?
- Omega-6-Fettsäuren -> sie wirken entzündungsfördernd, was bei z.B. akuten Infektionen, wenn unser Immunsystem gegen einen Virus angeht, sehr sinnvoll ist.
- Omega-3-Fettsäuren -> sie wirken hingegen antientzündlich – sie sind die „Feuerwehr“, die ein unkontrolliertes Ausbreiten von Entzündungen verhindert. Idealerweise kommt auf jedes Feuer ein Feuerwehrmann!
Das Problem in Zahlen
Die Realität sieht jedoch anders aus:
- Rund 80 % der Menschen in Deutschland leiden an einer Omega-3-Unterversorgung!
- Das heisst, dass 4 von 5 Personen einen Mangel haben!
- Häufig liegt das Verhältnis Omega-3 : Omega-6 Fettsäuren bei 1:20 oder gar 1:50, während der Zellmembran-Anteil oft bei nur 4 % rumdümpelt.
Diese Unterversorgung begünstigt schleichende Entzündungen (Silent Inflammation). Die Zahl der Feuer übersteigt deutlich die Zahl der Feuerwehrleute! Dadurch erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beschleunigte kognitive Abbauprozesse.
Aber wie entsteht ein Omega-3 Mangel? Die 4 Hauptursachen
Ein Omega-3-Mangel entsteht meist schleichend über Jahre. Die Hauptursachen liegen in unserem modernen Lebensstil und veränderten Ernährungsgewohnheiten:
- Veränderte Landwirtschaft & Massentierhaltung: Tiere aus konventioneller Haltung werden überwiegend mit getreide- und sojabasiertem Kraftfutter ernährt. Dadurch enthält deren Fleisch, Milch und Eier kaum noch Omega-3, dafür aber riesige Mengen an entzündungsfördernder Omega-6 Fettsäuren. Weidefleisch und wilder Fisch hatten früher ein völlig anderes Fettsäureprofil.
- Industriell verarbeitete Lebensmittel: In Fertiggerichten, Snacks und Gastronomie werden aus Kostengründen meist billige Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Soja- oder Maiskeimöl verwendet. Diese schieben unser Omega-6:3-Verhältnis massiv ins Ungleichgewicht.
- Mangelnder Konsum von fettem Seefisch: Die erreichbaren Mengen an den aktiven Fettsäuren EPA und DHA stecken vor allem in fettem Kaltwasserfisch (wie Makrele, Lachs oder Hering) oder Wildalgen. Um den täglichen Bedarf zu decken, müsste mehrmals pro Woche hochwertiger Fisch auf dem Teller landen – was aus Geschmacksgründen oder Bedenken bezüglich Schwermetallbelastung selten passiert.
- Chronischer Stress & Lebensstil: Anhaltender emotionaler oder körperlicher Stress, Alkohol, Rauchen sowie Umweltgifte erhöhen den oxidativen Stress im Körper. Das führt dazu, dass die vorhandenen entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren im Gewebe wesentlich schneller verbraucht werden.
Häufige Symptome einer Omega-3-Unterversorgung
Da Omega-3-Fettsäuren in jeder einzelnen Zellmembran gebraucht werden, zeigt sich ein Mangel selten an nur einer Stelle. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Haut & Haare: Sehr trockene, juckende Haut, Schuppen, Neigung zu Ekzemen/Neurodermitis oder brüchige Nägel.
- Gehirn & Psyche: Konzentrationsstörungen („Brain Fog“), nachlassendes Gedächtnis, Stimmungsschwankungen oder innere Unruhe.
- Gelenke & Muskeln: Steifigkeitsgefühl am Morgen, chronische Gelenkschmerzen oder schlechte Muskelregeneration.
- Augen & Immunsystem: Trockene, brennende Augen sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit.
Die Vorteile einer gezielten Substitution
Sobald das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 wieder ins Gleichgewicht rückt, profitiert man von weitreichenden positiven Effekten:
- Aktive Entzündungshemmung: Der Körper bildet vermehrt zellschützende Botenstoffe, die Entzündungsprozesse aktiv stoppen.
- Optimale Nährstoffaufnahme und bessere Entgiftung: Flexiblere Zellmembranen bedeuten eine bessere Versorgung mit allen anderen Mikronährstoffen und ein effektiver Abtransport von Abfallstoffen.
- Schutz für Herz & Gehirn: Unterstützung einer normalen Herzfunktion, Regulierung der Blutdruckwerte und Förderung der mentalen Leistungsfähigkeit.
Warum Leinöl alleine meist nicht ausreicht
Pflanzliche Öle wie Lein-, Walnuss- oder Rapsöl enthalten die Omega-3-Fettsäure ALA. Der Körper benötigt jedoch vor allem die aktiven Formen EPA (für Entzündungshemmung) und DHA (für Gehirn und Augen). Die Umwandlung von ALA in EPA/DHA liegt im menschlichen Körper meist bei nur 5–10 %. Um therapeutische Effekte zu erzielen, greifen wir in der Praxis daher bevorzugt auf hochwertige, gereinigte Algen- oder Fischöle zurück.
Qualitäts-Tipp: Ein gutes Omega-3-Öl schmeckt angenehm mild, stößt nicht fischig auf und weist einen niedrigen Oxidationswert (TOTOX-Wert) auf.
Wie lässt sich ein Mangel ausgleichen?
Der Körper benötigt Zeit! Eine am besten tägliche kontinuierliche Einnahme über 3 bis 6 Monate ist erforderlich, um den Speicher nachhaltig aufzufüllen und die Zellmembranen wieder flexibel zu machen.
Wissen statt Raten: Möchten Sie erfahren, wie es um Ihre persönliche Omega-3-Versorgung steht? In meiner Praxis biete ich einfache Fettsäureanalysen (Trockenbluttest) an. Damit messen wir das Omega-6:3-Verhältnis und können einen individuell abgestimmten Therapieplan erstellen.
Ich berate Sie gerne und unterstütze Sie auf deinem Weg zu mehr Vitalität und Lebensfreude!
Bei Fragen sprechen Sie mich gerne persönlich an oder vereinbaren einen Termin in meiner Praxis.
Heilpraktikerin Dr. med. vet. Christina Nagel
16845 Neustadt (Dosse)
Telefon: 0152 04737397
Mail: Kontakt@Heilpraktiker-Christina-Nagel.de
Website: www.Heilpraktiker-Christina-Nagel.de